Mallorca-Marathon: Viel Sonne, Wind, Spaß und Deutsche

Mallorca-Marathon: Viel Sonne, Wind, Spaß und Deutsche

Läufer beim Mallorca-Marathon nach 21 km. Die gleiche Distanz müssen sie noch bewältigen. Foto: Dagmar Wienke

9. TUI-Marathon Mallorca, 21.10.2012

Erschienen in Condition 02/2013

„Run with the sun“ war das Motto des 9. TUI Marathon Mallorca, „Run against the wind“, dachten sich wohl die Halbmarathon- und Marathonläufer, „Better wind, than rain“, wusste der Sieger, Miguel Capo Soler, dem Wind etwas Gutes abzugewinnen.

Zum vierten Mal nach 2008, 2009 und 2010 stand der Mallorquiner Miguel Capo Soler (2:32:56 h) auf dem Siegerpodest. Und auch bei den Frauen gewann mit Maria Esteva Ramis (2:59:16 h) ein Inselbewohnerin vor heimischen Publikum die 42,2 km beim 9. TUI-Marathon Mallorca Ende Oktober 2012. Das löste Jubel aus. Dementsprechend begehrt waren die beiden bei Fotografen, spanische Journalisten und Inselradio. Nicht viel anders ging es zu, wenn Haile Gebrselassie in Berlin ins Ziel kam. So in etwa. Einfacher haben es die Ordner, wenn ein Engländer, Deutscher, Schweizer, Pole aufs Siegertreppchen läuft. So wurde Karsten Kruck vom ASV Duisburg fast unbemerkt Zweiter (2:40:18 h).

Während der Sieger den Wind vor dem Regen lobte – bei erträglichen 21°C –, sah das bei Kruck schon anders aus: „Von km 20-30 war heftigster Gegenwind. Da verlor man erstmal die Lust am Laufen.“ Ca. 10 Minuten schneller läuft der 34-Jährige sonst über die Marathon-Distanz.

Dass Wind und Strecke keine Bestzeiten auf Mallorca hervorbringen, hatte die zweifache Marathon-Gewinnerin von 2006 und 2007, Birgit Schönherr-Hölscher aus Witten, wohl vergessen. Ein wenig haderte die Zweitplatzierte von diesem Jahr mit ihrer Zeit von 3:11:20 h. Die Ambitionen sind bei der Ultraläuferin und Triathletin auch nach verletzungsbedingten Pausen nicht unbedingt kleiner geworden. Ein wenig gefreut hat sie sich aber dann doch noch.

Traditonsreich – die Neuerungen

Die Organisatoren des Mallorca-Marathons haben es zur Tradition gemacht, jedes Jahr mit Neuerungen aufzuwarten. Zum Einen liegt das daran, dass man auf die steigende Teilnehmerzahl reagieren musste (Zieleinlauf, Startzeiten), zum anderen feilt man hier und da noch an Verbesserungen. Warum auch nicht? Schließlich zeigt das auch, dass man auf Kritik eingeht, bzw. dass man selber die Veranstaltung jedes Jahr wieder aufs Neue einer kritischen Analyse unterzieht. Die Walker marschieren nun Freitags und Marathonläufer, Halbmarathonläufer und 10er starten im Abstand von 10 Minuten getrennt. Das hat gut geklappt. Doch auch die Veranstalter können nicht alles perfekt machen. Straßen flach machen, lange Geraden weniger gerade machen, Zielgeraden verlängern, um Schleifen auszubügeln, Wind abstellen, da stößt auch der beste Wille an seinen Grenzen.

Erst die Qual, dann das Vergnügen

Dieses Jahr maulten ein wenig die Halbmarathonläufer über die Neuerung. Auf die Anfangsschleife entlang der Mole auf der Cami de S' Escollera wurde verzichtet, stattdessen ging es noch ein Stück weiter am Moll de Pelaires vorbei zum Porto Pi. Wendepunkt war bei km 5,5. Das hieß also: eine lange Gerade mit Steigung am Ende, hin und zurück sich quälen – der Wind machte es nicht leichter – bevor es in die abwechslungsreiche Altstadt ging. Die 10 km Läufer freuten sich hingegen über ihre neue Streckenführung gleich doppelt.

Anstatt eben diese Wendepunktstrecke laufen zu müssen, ging es dieses Jahr durch die Altstadt, bergauf und bergab, kreuz und quer um die Ecke. Hört sich im ersten Moment nach keiner Verbesserung an, doch die letzten Kritiker waren im dem Moment von der Neuerung überzeugt, als es um die Kathedrale herum ging. Die Läufer kollidierten heftig mit dem Wind. Der 10er war die einzige Strecke, die mehr oder weniger windgeschützt war – außer diese 50 m an der Kathedrale. Zudem war sie kurzweilig eben durch das Auf und Ab, kreuz und quer.

Das kam gut an. „I enjoyed it – ich habe es genossen“, so der Brite Mark Dalkins, der nach seinem Vorjahressieg auf der Marathondistanz, diese Jahr Zweiter über die 10 km in 32:15 min wurde. Überhaupt muss es ihm letztes Jahr gefallen haben, denn er brachte gleich auch seinen Trainingspartner und Schwager, Chris Davies mit, der auf Rang Drei lief (32:33 min). Siegreich war hier der Spanier Tomeu Rigo Mas in 32:11 min. Es war also knapp bei den Dreien.

Erst die Teilnahme gewonnen, dann den Halbmarathon

Wiederkommen würde auch die Siegerin im Halbmarathon, Christine Ramsauer (1:26:29 h). Ihr hat es auf der Balearen-Insel gefallen. Die fünffache Mutter aus Roth, die in ihrer Altersklasse mit zu den besten Läuferinnen in Deutschland über 10 km bis Marathon gehört, war eher zufällig Teilnehmerin. Gewonnen hat die 44-Jährige Startplatz und Reise bei einem Wettkampf in Neumarkt. „Das hat hier Spaß gemacht. Ich kann die Veranstaltung wirklich weiterempfehlen“, zieht die Bayrische Vize-Meisterin im Marathon ihr Resumée. Vielleicht kommt also auch sie wieder.

Viele Deutsche Spaßläufer

Schaut man sich die ersten vorderen zehn Plätze in allen drei Wettbewerben an, so haben die Briten und Spanier aufgeholt. Dominierten die Deutschen 2011 auf den vorderen Plätzen, so überholten die Spanier die Teutonen knapp, die Briten holten ein wenig auf. Das betrifft die ambitionierten Läufer. Was die Spaßläufer betrifft, so scheinen die Germanen ein gar lustiges Völkchen zu sein, denn nach wie vor sind die Deutschen zahlenmäßig mit Abstand am stärksten vertreten. Mit 3534 Teilnehmern kommen fast 5x mehr Deutsche als Briten auf die Balearen-Insel um an diesem Wochenende Sport zu treiben. Zweitgrößte Nationalität sind mit 2019 Teilnehmern die Spaniern. Insgesamt waren 54 Nationen dabei.

Auch wenn mit 4% Steigerung der Teilnehmerzuwachs dieses Jahr geringer ausfiel, er hält an. Zum Jubiläum nächstes Jahr will man endlich die 10.000er Marke knacken. Dieses Jahr wurde sie mit 9.494 Teilnehmern, inklusive Kinderlauf, knapp verfehlt. Die Planungen für das 10-Jährige laufen bereits. So viel sei verraten: die Organisatoren brüten jetzt schon über besondere Jubelfeier-Schmankerl. Anmelden kann man sich auf www.tui-marathon.com. Termin ist der 20.10.2013.

Zahlen & Fakten

Ergebnisse
10 km, Männer:
1. Tomeu Rigon Mas, ESP, MHK, 32:11
2. Dr. Mark Dalkins, GBR, M40, 32:15
3. Dr. Chris Davies, GBR, M35, 32:33
10 km, Frauen:
1. Petra Pircher, ITA, W40, 39:14
2. Sabrina Birkicht, GER, W40, 41:56
3. Aude Wackenheim, FRA, WHK, 42:17

Halbmarathon, Männer:
1. Dr. Antoni Roldan Mercadal, ESP, MHK, 1:10:52
2. Keith Hood, GBR, M40, 1:13:17
3. Ben Beattie, GBR, M30, 1:14:52
Halbmarathon, Frauen:
1. Christine Ramsauer, Quelle Fürth, W40, 1:26:29
2. Lucía Pasamar Márquez, ESP, WHK, 1:29:24
3. Isabel Ramis Esteva, W30, 1:30:17

Marathon, Männer:
1. Dr. Miguel Capo Soler, ESP, M35, 2:32:56
2. Karsten Kruck, Duisburg, M30, 2:40:18
3. Bartolome Fiol Soler, ESP, M45, 2:41:23
Marathon, Frauen:
1. Maria Ramis Esteva, ESP, W30, 2:59:16
2. Birgit Schönherr-Hölscher, Witten, W40, 3:11:20
3. Rebecca Crisp, GBR, W35, 3:20:20

Geld für Kinder
Insgesamt kamen bei der 9. Auflage Spenden in Höhe von 25.000 € zusammen. 10.000 € wurden im Rahmen des nach wie vor einzigartigen Kinderlaufs mit 2000 kleinen Teilnehmern, gesammelt. Das Geld geht an Unicef. Einen Scheck in Höhe von 15.000 € wurde von Dr. Michael Frenzel, Vorstandsvorsitzender der TUI AG an „RTL – Wir helfen Kindern“ übergeben.

54 Nationen. Es nahmen u.a. teil:
3534 Deutsche, 2019 Spanier, 830 Briten, 236 Österreicher, 149 Dänen, 122 Holländer, 99 Schweden, 91 Italiener.

Sportlicher Promi
RTL schickte wieder im Rahmen ihrer Spendeaktion Promis ins Rennen. Bachelor Paul Janke lief mit 44:35 h über die neue (profilierte) 10-km-Distanz eine respektable Zeit. Hinter Lothar Leder (36:07, 2006) und Achim Achilles (44:12, 2009) nimmt er damit Rang 3 in der Promi-Statistik ein.

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