Notizen

Notizen

Analphabetin

Analphabetin

Kürzlich kam eine neue Pisa-Studie heraus. Die Meinungen gehen auseinander, ob das Resultat, wie die Schüler in Deutschland abschnitten, als gut oder weniger gut einzuschätzen ist.  (Siehe auch sz.de, ZDFDie Zeit, Tagesschau.) Hauptaugenmerk bei der Studie wird auf die Lesekompetenz gelegt. In dieser Kategorie schnitt Deutschland vergleichsweise mittelmäßig ab. (Platz 20, ganz oben rangiert China.) Bestätigt von dem Ergebnis wird sich eine Buchhändlerin in Düsseldorf wohl fühlen.

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Verstörend

Verstörend

Upcycling ist eine tolle Sache. Hilfe für Geflüchtete auch. Die Kombination beider kann mitunter eine verstörende Wirkung haben. Zumindest auf mich. 

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Wortschatz

Wortschatz

Im Kartenständer vom Museumsshop im NRW-Forum diese Postkarte entdeckt. Hab mich sofort in das Wort verliebt: hoppípolla

(Quelle: wortschatzkarte.de)

Geschenk

Geschenk

Ich habe einen Sommertag zum Geburtstag bekommen. 

Aufgeschnappt

„Komm, Blondi!“

Mann zu seinem Hund in einem Baumarkt.


(Hinweis: Blondi hieß der Schäferhund von Adolf Hitler)

 

Dystopie

„Die Menschheit hat viel Leid produziert.“

„Und wird auch weiterhin viel Leid verursachen.“

Gesprächsfetzen zwischen zwei Männern auf der Benrather Straße in Düsseldorf.

Meisenknödel

Meisenknödel ist ein schönes Wort. Drall, rund und weich, aber auch spitzmündig. Es gleicht dem Charakter von Marianne Sägebrecht in dem Film „Out of Rosenheim“.

Timetunnel

Ich habe ein Kleid an, das ist ungefähr 26 Jahre alt und eine Jeansjacke, die knapp 20 Jahre in meinem Besitz ist. Als ich die Treppe vom U-Bahnhof Schadowplatz hochkomme, empfängt mich das Panflötenspiel zweier Straßenmusiker. Zufall?

*Hinweis für die junge Generation: Panflötenspieler dudelten vor ein paar Jahrzehnten in den Einkaufsstraßen deutscher Großstädte und Gheorghe Zamfir verkaufte seinen Platten millionenfach.

Gezeter

Eine Familie – Vater, Mutter, große Tochter, kleine Tochter – stehen vor dem Steigenberger Parkhotel in Düsseldorf, zetern und schimpfen sich an. Plötzlich herrscht Ruhe und das Gezänk verstummt. Der Vater hat sich durchgesetzt und macht ein Selfie mit der ganzen Familie. Die große Tochter, die am lautesten keifte, beherrschte das Posen am besten.

Das Klavier am U-Bahnhof

Im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee steht ein Klavier. Passanten können darauf spielen. Meistens ertönt traurige Musik in Moll.

Bemerkenswert

In Benrath bleibt eine ältere Frau stehen, geht zu einem hochgewachsenen Busch und riecht an den Blüten. Das ist eine Notiz wert.

Sehnsucht

„Le mal du pays“ – Die grundlose Traurigkeit, die eine ländliche Idylle im Herzen der Menschen weckt.

Aktmodell

Beim Rundgang der Bachelor- und Masterklassen für Grafik und Design in der Düsseldorfer FH kam ich mit einer Frau ins Gespräch. Ihre Tochter zeigte hier ihre Abschlussarbeit. Die Frau hatte selber vor etlichen Jahren Grafik-Design in München studiert und erzählte, dass sie dort einen Aktzeichenkurs besucht hatte. Modell stand die Frau, die auf dem alten 50-Pfenning-Stück kniet und einen Baum pflanzt. "Sie war schon 70 Jahre damals und ihre faltige Haut hing an den Armen runter. Ein wunderbares Modell zum Zeichnen."

Kindheitserinnerung

Als ich ein Kind war, fuhren wir öfters in den Herbstferien in die DDR nach Mecklenburg zum Schulfreund meines Vaters. Wir besuchten einmal einen Zirkus dort. Ein Clown schenkte mir während der Vorstellung einen grünen Luftballon. Ich verwahrte ihn auf wie einen kostbaren Schatz, bis nur noch eine kleine, verschrumpelte Hülle übrig blieb.