Auf Reisen

Auf Reisen

Immer das gleiche …

Vor vier Jahren in Dresden. Gute Inszenierung von Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ gehört und gesehen. Die Menschen strömen in alle Richtungen nach der Vorstellung auseinander. Unweit der Semper Oper postieren sich eine Frau und ein Mann in den Arkadenbögen, stellen ein Körbchen vor sich hin, drücken auf den Play-Knopf des Musikabspielgerätes und stimmen einen engelhaften Gesang des Ave Marias von Franz Schubert an. 

Wir gehen weiter, während die Töne noch sanft unser Ohr umschmeicheln. Hinter mir schlurft ein Tramp mit verfilzten Rastahaaren und zersauseltem Bart. Er murmelt durch seinen Mundschlitz: „Ich kann es nicht mehr hören. Jeden Abend das gleiche Lied, jeden Abend die gleiche Scheiße.“

Stadt der Kontraste

Flughafen Ben Gurion, Tel Aviv/Israel.

Tel Aviv. Erster flüchtiger Eindruck bestätigt Gil Yaron. Er schreibt in seinem Buch "Lesereise Israel": "Für einen Europäer ist Israel verwirrend vielfältig: Auf engstem Raum stößt Ost auf West, Alt auf Neu, Arm auf Reich, Religion auf Agnostiker." ... und vegane Küche auf Mc Donalds. Tür an Tür führen die beiden Imbisse, die an uns auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel vorbei rauschen, eine friedliche Koexistenz.

Zeitreise

Hausfront in Viersen-Süchteln.

Viersen. Die Hausfront in Süchteln sieht aus, als wäre die Zeit stehen geblieben. Manchmal ist gestern heute. Ich frage mich, wie es morgen hier aussehen wird? Ich gehe gerne auf Zeitreise.

Hoch oben

Panoramablick von der Kanzelwand/Kleinwalsertal.

Mittelberg/Kleinwalsertal. Hoch oben auf der Kanzelwand ist der Wanderer auf Augenhöhe mit den Berggipfeln der Allgäuer Alpen. Der Anblick ist einmalig. Dort oben suche ich die Ruhe der Berge. Ich stelle mir vor, wie es ist mit 30 anderen Menschen das zu tun. Dann genieße ich die Abwesenheit von 28 Menschen, die das Panorama oder einfach nur Kaffee und Kuchen genießen wollen.

Horchen auf dem Effelsberg

Radioteleskop auf dem Effelsberg/Eifel

Effelsberg/Eifel. Dem Radioteleskop auf dem Effelsberg steht trübes Wetter gut. Das Riesenohr horcht hinaus in ungemütliche Weiten, deren Grenzen wir niemals mit unserem Verstand fassen können. Versucht man es trotzdem, schleicht sich ein Unbehagen ein, denn das Gefühl des Alleinseins schwingt immer mit. Wie an einem grauen Novembertag.

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Streifzüge durch die Nacht

Verlassene Villa in Palma de Mallorca

Palm de Mallorca. Zweimal den gleichen Weg gehen ist ein Ritual. Ich habe den Jasminstrauch vom letzten Jahr wiedergefunden. Und neues entdeckt, was schon immer da war. Streifzüge durch die Nacht machen manchmal vor verschlossenen Türen halt. Dann wird nur noch der Phantasie Einlass gewährt. Umso prunkvoller aber erstrahlen die Räume, ist der Geist erst einmal hineingeschlüpft. Das Gitter wird zur Illusion, die Geschichten im Kopf real und alles ringsrum wird gleich mit verzaubert. 

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