In der Fremde

In der Fremde

Im Windecker Ländchen Dagmar Wienke

Schon seit einigen Jahren machen wir Urlaub nur ein bis zwei Autostunden weg von der heimatlichen Großstadt. Stille, Natur und das Fremde finden wir auch hier.

 So sehr ich es auch liebe, ferne Länder zu bereisen, einzutauchen in andere Kulturen, so ist es doch immer mit schmerzhaften Sehnsüchten verbunden. Denn immer, wenn ich schöne Flecken auf der Welt entdecke, so stelle ich mir jedesmal vor, wie es wäre, dort zu leben. Und am liebsten würde ich gleich dort bleiben. Es packt mich dann diese Sehnsucht, mit dem Wissen, dass dies ein unerfüllter Wunsch bleiben wird.

Anders ist es bei Reisen in die ländlichen Gegenden nicht weit von uns weg. Auch dort finde ich andere Kulturlandschaften, die Menschen sind von einem anderen Schlag und die Sehnsucht kriecht genauso hoch wie in exotischen Gefilden. Doch diese Sehnsucht ist süßer, denn sie zieht das Wissen hinterher, dass dies eine stillbare Sehnsucht ist. Warum nicht irgendwann hier übersiedeln und dem Drängen nach Natur und Stille nachgeben.

In der Fremde fühle ich mich oft zu Hause. Was aber ist, wenn mir die Fremde nicht mehr fremd ist?

Facebook Twitter Google+ Pinterest